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Indonesienrundreise, Java und Bali! Teil 2

Aktualisiert: 14. Mai 2019

Eine Reise zu fremden Kulturen, Göttern und Tempeln, Reisfeldern und Wasserbüffeln, Tee- und Kaffeeplantagen, sowie wunderschönen Vulkanlandschaften und Millionenstädten. Wir entführen Euch in diesem Reisebericht nach Indonesien auf die Inseln Java und Bali.

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Die Zugfahrt von Bandung nach Yogyakarta dauert ca. 8 Stunden


Tag 4 Mit dem Zug von Bandung nach Yogyakarta:



Heute heißt es früh aufstehen. Um 5:30 Uhr wird gefrühstückt denn um 6:20 Uhr fahren wir mit dem Bus zum Bahnhof in Bandung. Pünktlich um 7:28 Uhr fährt unser Zug nach Yogyakarta los. Heute ist ein Feiertag und der Zug daher sehr voll. Das freut uns sehr, denn so kommen wir in Kontakt mit den Einheimischen. Die nächsten 8 Stunden verbringen wir auf Schienen und legen so die längste Entfernung unserer Reise zurück. Wir öffnen verbotenerweise den Riegel an den Türen um dort Videos und Bilder der vorbeiziehenden Landschaft machen zu können.


Die Zugfahrt bietet immer wieder tolle Ausblicke

Unsere Fahrt durch Zentraljava ist sehr abwechslungsreich. Fruchtbare Vulkanlandschaften erlauben eine intensive landwirtschaftliche Nutzung und Oka erklärt uns gerne, was dort so alles angebaut wird. Tabak- und Zuckerrohr-Plantagen wechseln sich mit Reisfelden ab. Wir sehen Maniok, Kaffee- und Teeplantagen, die verschiedensten Bananenarten, Papayas und noch vieles mehr.


Ein kurzer Halt auf der Fahrt durch Zentraljava

Überall winken die Menschen dem vorbeifahrenden Zug und wir machen im Zug wieder einmal Bekanntschaft mit der indonesischen Gastfreundlichkeit. Denn einige nette Damen in unserem Abteil bieten uns Köstlichkeiten aus ihrem mitgebrachten Reiseproviant an und freuen sich sehr darüber, dass wir diese probieren. Wir bedanken uns für die Leckereien und bieten im Gegenzug unsere letzten von zu Hause mitgebrachten Müsliriegel an.


Die Menschen winken uns immer wieder freundlich zu

Nach 8 Stunden Fahrt kommen wir schließlich gegen 16 Uhr am Bahnhof in Yogyakarta an. Wir begrüßen unseren neuen Fahrer, den wir auf Grund seines Aussehens liebevoll Mister Miyagi nennen, sowie den neuen Beifahrer. Sie werden uns bis nach Bali begleiten. Nachdem wir wieder einmal im Stau stehen, gelangen wir schließlich doch noch zu unserem nächsten Hotel. Nach der Begrüßung und dem Bezug der Zimmer im Gallery Hotel entdecken wir den Pool und können nicht wiederstehen uns dort abzukühlen. Hier in Yogyakarta scheint es uns noch wärmer und schwüler als an den Tagen zuvor. Wir genießen die Abkühlung bevor wir uns für den Abend chic machen.


Mit der Fahrradrikscha gehts zum Abendessen

Mit der Fahrradrikscha fahren wir zu einem Abendessen mit anschließender javanesischer Tanzaufführung. Die getanzte Liebesgeschichte erzählt von der uralten Legende um den Wettstreit des indischen Königs Rama mit dem bösen Dömonen Ravana, um die Gunst der Geliebten Sita. Für uns jedoch ist es teilweise schwierig den Tanz zu verstehen und schließlich freuen wir uns irgendwie, als die schrille Musik verstummt und die Aufführung zu Ende ist. Im Anschluss gehen wir noch in eine kleine Bar um bei einem leckeren Bintang (indonesische Biersorte) den Abend ausklingen zu lassen.


Eine javanesische Tanzaufführung ist für europäische Ohren schon eine Herausforderung


Tag 5 Prambanan und der Sultanspalast:


Früh am Morgen starten wir unsere Tour und fahren zum 16 km nordöstlich gelegenen Tempelkomplex Prambanan, der im 9. Jahrhundert unter König Rakai Pikatan und Rakai Balitung erbaut wurde. Die größte hinduistische Tempelanlage Indonesiens zählt seit 1991 zum UNESCO Weltkulturerbe. Neben dem hinduistischen Prambanan Tempel, gibt es hier noch die kleineren buddhistischen Tempel Sewu, Lumbung und Bubrah zu besichtigen.


Prambanan gehört seit 1991 zum UNESCO Weltkulturerbe

Der Tempelkomplex von Prambanan ist den Göttern Shiva (der Zerstörer), Vishnu (der Bewahrer) und Brahma (der Schöpfer) geweiht, sowie deren Reittieren, der heiligen Kuh (Shiva), dem Sonnenadler (Vishnu) und der Gans (Brahma). In unzähligen und wirklich wunderschönen Reliefs werden Geschichten der Ramayana Sage erzählt.


Auf den Reliefs werden Geschichten der Ramayana Sage erzählt

Und während wir das ca. 80 Hektar große Gelände mit all seinen Tempeln erkunden fällt unser Blick auf die umliegenden Vulkane. Die Region wurde immer wieder von starken Erdbeben oder Vulkanausbrüchen erschüttert was mehrmals zu schwerer Zerstörung der Tempel geführt hat.


Immer wieder gibt es tolle Ausblicke auf die Vulkane der Umgebung

Weiter geht die heutige Tour zur Batikwerkstatt von „Kabul Picasso“. Er ist hier sehr bekannt für seine schönen Batikbilder. Wir dürfen einer Dame bei der Arbeit über die Schulter schauen und auch mal selbst Hand anlegen. Was bei ihr so einfach aussieht, bedarf jedoch viel Übung. Nachdem wir den Erklärungen über die Vorgehensweise zur Herstellung gelauscht haben und nun wissen, wie viel Arbeit dahinter steckt, dürfen wir noch durch die Ausstellung schlendern und natürlich gerne etwas kaufen.


Die Batikwerkstatt von Kabul Picasso

Die weitere Tour führt uns ins Zentrum der 1755 gegründeten Sultansstadt, wo wir den Palast des 10. Sultan von Yogyakarta besichtigen. Es gibt noch mehrere Sultanate auf Java, wobei diesen nur noch repräsentative Aufgaben zustehen. Wir betreten den Palast durch ein von zwei keulenschwingenden Wächterfiguren flankiertes Tor. Auf unserer Besichtigungstour treffen wir auf einige der Diener, von denen Oka uns berichtet hat. Wir verlassen den Palast um ein Mittagessen in der Nähe des Palastes einzunehmen.


Der Palast des 10. Sultan von Yogyakarta

Nach der Stärkung geht es zu Fuß weiter zu einer Werkstatt, die Schattenfiguren herstellen. Wir dürfen hier zuschauen wie die flachen Puppen aus Leder gefertigt werden. Das Schattenspiel mit ihnen gilt als älteste Form des Wayang ( Schatten ) und war schon im 10. Jahrhundert in Zentraljava bekannt. Es diente einerseits der Abwehr böser Geister und andererseits der mystischen Kontaktaufnahme mit den Ahnen, die in Gestalt der Schatten auf der Leinwand erschienen.


Die tollen Schattenfiguren werden hier noch komplett von Hand hergestellt

Danach erfahren wir Wissenswertes über den Kaffee Kopi Luwak in einem kleinen Kaffeeladen bevor es weiter geht um die leider etwas verfallenen Überreste des Wasserpalastes zu besichtigen. Über den Alun Alun Utara einen großen Platz der von 62 knorrigen Waringinbäumen gesäumt wird, die das Alter des Propheten Mohammed symbolisieren gehen wir durch ein Gassengewirr zum Areal von Taman Sari, den königlichen Lustgärten. Leider wurde 1867 der Wasserpalast von einem Erdbeben fast vollständig zerstört und so können heute nur noch einige Gebäudefragmente, verwunschene Innenhöfe und verwilderte Gärten bestaunt werden.

Wir sind froh, dass es danach mit der traditionellen Fahrradrikscha, genannt Becak weiter geht, denn heute ist ein sehr heißer Tag.


Von dem Wasserpalast geht es mit der Fahrradrikscha weiter zu einer Batikfabrik

Durch das Gedränge der Stadt fahren wir zu einer weiteren Batikfabrik, die nach einem anderen Verfahren arbeiten. Hier wird Bekleidung hergestellt und bei einer Führung lernen wir die Unterschiede in der Herstellung kennen, die letztendlich auch den Preisunterschied erklären. Langsam dämmert es und wir machen uns mit der Rikscha auf den Weg zurück zum Hotel. Wir springen nochmal in den Pool um uns etwas abzukühlen und sind so müde, dass es gerade noch reicht um einen Absacker in der Hotelbar zu trinken.


Die Preisunterschiede von Batik sind riesig


Tag 6 Borobudur Tempel und Dorf Candirejo:


Unser heutiger Ausflug führt uns zum 42 km nordwestlich gelegenen, größten buddhistischen Baudenkmal der Welt, dem Borobudur Tempel. Auf dem Weg dorthin gibt Oka uns die ersten Informationen und erklärt uns, dass "Boro" Tempel bedeutet und "Budur" Hügel, also Tempel der auf einem Hügel erbaut wurde. Um 780 befahlen die Shailendra-Herrscher den Bau einer Stufenpyramide, die alle bis dahin errichteten Tempelanlagen in den Schatten stellen sollte. Die Bauzeit dauerte knapp 80 Jahre, wobei er nur ca. 100 Jahre als Wallfahrtsort für buddhistische Pilger diente. Möglicherweise wegen eines Ausbruchs des Merapi-Vulkans wurde Zentraljava verlassen und so geriet der Tempel in Vergessenheit, bis er 1814 wieder entdeckt wurde. Es kam daraufhin zu Plünderungen und auch der Zerfall blieb nicht aus. Aber nach 2 verschiedenen Restaurantionsphasen kann man das Wunderwerk der Baugeschichte heute noch besichtigen.


Der Borobudur Tempel ist ein Wunderwerk der Baugeschichte

Am Eingang werden wir mit Getränken begrüßt und mit einem Sarong ausgestattet, bevor wir uns in Richtung des Tempels begeben. Von einer wunderschön angelegten Allee bietet sich uns der erste Blick auf den Tempel. Wir erklimmen die vielen Treppenstufen und stehen schließlich vor einem riesigen Tempel. Bevor wir die Stufenpyramide erklimmen betrachten wir noch einige der Reliefs zusammen mit Oka und dann machen wir uns an den Aufstieg.


Von Oben bietet sich ein wundervoller Blick aufs Umland

Der Tempel ist quadratisch angelegt und hat eine Seitenlänge von 123 m. Zehn Etagen geht es hinauf bis zur 8 m hohen Haupstupa, die wir gemäß des buddhistischen Glaubens im Uhrzeigersinn umschreiten. Da man eine ungerade Zahl an Rundgängen beschreiten soll, entscheiden wir uns für drei Runden und wünschen uns danach etwas. Ob es in Erfüllung geht, wird sich wohl noch zeigen... Einfach war der Aufstieg allerdings nicht, denn eigentlich waren wohl wir hier die Attraktion. Eine ganze Schule war hier zu einem Ausflug, doch ihr Hauptinterresse galt wohl eher uns. Auf englisch stellten sie uns Fragen und wollten natürlich alle ein Photo mit uns Europäern. Da alle fünf Meter jemand „Mister, Misses, picture!“ rief, fragen wir uns noch heute, wie wir jemals zur obersten Stupa gelangen konnten. Von dort bietet sich ein wundervoller Blick auf das Umland und die emporragenden Vulkane.


Wenn man im Uhzeigersinn eine ungerade Anzahl an Runden um die Hauptstupa läuft darf man sich etwas wünschen

Glücklicherweise blieb bei dem ganzen Tumult um uns doch noch Zeit, das Gelände zu erkunden und zum traditionellen Bogenschießen. Sitzend sollte ein Ziel getroffen werden, denn das Bogenschießen hier diente nicht zur Jagd, sondern zu einer Art Entspannung und Meditation.


Die große Wiese hinter dem Tempel lädt zum Verweilen ein

Im Anschluss ging die Fahrt weiter ins Inselinnere zum Dorf Candirejo. Dort wurden wir freundlich empfangen und durften erst mal unseren Durst an frisch geernteten Kokosnüssen stillen bevor es weiter ging mit verschiedenen kleinen Snacks. Es gab was Salziges und zwei süße Speisen bevor wir die Kokosnüsse knackten und das Kokosfleisch zusammen mit Palmzucker genossen.


In Dorf Candirejo kann man eine tolle Tour machen

Gut gestärkt aber dennoch geschlaucht von der Hitze waren wir froh, dass es mit Kutschen weiter ging, um das Dorf zu erkunden. Wir fuhren durch die Straßen des Dorfes und hielten schließlich irgendwann an. In einem der Häuser wurden uns die hiesigen Musikinstrumente vorgestellt. Nachdem einige der Kinder aus dem Dorf uns eine Kostprobe gegeben haben, sollten wir nun ran. Nach anfänglichem Zögern fanden sich dann schließlich ein paar Freiwillige und nach einer kurzen Einweisung ging´s dann los. Es war nicht gerade Reif für eine Aufführung, aber wir fanden, dass wir uns gar nicht so schlecht geschlagen haben.

Nach unserem kleinen Konzert ging`s dann wieder weiter mit der Kutsche. Beim nächsten Stopp machten wir einen kleinen Fußmarsch zu einem Aussichtspunkt. Ein Fluss mit einigen Stromschnellen zieht sich hier durch die Landschaft und am Ufer wird Asche vom letzten Vulkanausbruch abgebaut, die dann zu Baumaterial verarbeitet wird. Ringsherum wachsen Maniok und Erdnüsse. Nach ein paar kurzen Erklärungen ging es weiter mit der Kutsche, vorbei an kleinen Häusern, winkenden Kindern und freilaufenden Hühnern bis wir schließlich bei einem heimischen Bauern die Herstellung von Krupuk aus Maniok erklärt bekamen und glücklicherweise auch davon probieren durften.

Weiter ging die Fahrt zurück Richtung Bus. Hier in der Nähe war eine indonesische Hochzeitsfeier im Gange. Obwohl wir nur kurz durch einen Spalt des Festzeltes schauen wollten, wie eine Hochzeit hier aussieht, bekommen wir plötzlich einen Platz angeboten um der Zeremonie beizuwohnen. Alle freuten sich, dass wir dabei waren. Nach der Trauung gratulierten wir dem Brautpaar samt Eltern und verabschiedeten uns.


Eine traditionelle indonesische Hochzeitsfeier ist schon sehr farbenfroh

Es blieb auch noch kurz Zeit einigen Männern beim Fällen von Kokospalmen und der Verarbeitung zu Brettern über die Schulter zu schauen bevor unsere Tour weiter gehen konnte.

Auf dem Rückweg nach Yogyakarta machten wir noch einen Stopp am buddhistischen Tempel Mendut und dem zugehörigen Kloster. Der Tempel war klein, aber fein. Fasziniert hat uns aber der riesige Ficus benjamina dessen Wurzeln von oben nach unten wachsen und sich auf Grund des Alters schon zum Großteil mit der Erde verbinden. Im Kloster trafen wir auf einen netten älteren Mönch und hatten die Gelegenheit für ein kurzes Gespräch mit ihm. Fotografieren lassen wollte er sich allerdings nicht, da er laut eigener Aussage „not proper“ war. Verständnisvoll bedankten wir uns und nahmen Abschied.


Ein riesiger Ficus benjamina vor dem Tempel Mendut

Es war schon später Nachmittag als wir an einer Silberschmiede nochmals eine kurze Rast einlegten um in der Werkstatt den Künstlern bei der Arbeit über die Schulter zu schauen, bevor es weiter ging in Richtung Hotel. Obwohl wir müde sind lassen wir es uns nicht nehmen mit einem Taxi zur berühmten Malioboro Straße im Zentrum zu fahren. Früher befand sich hier die königliche Paradestraße, die zu religiösen Zeremonien mit Blumengebinden geschmückt wurde. Heute ist hier ein geschäftiger Boulevard, der vor allem am Abend gut besucht ist. Hier erwartet uns eine quirlige Straße mit vielen Geschäften und Händlern, sowie zahlreichen Garküchen. Überall stehen Rikschas und Kutschen, die uns gerne ihre Dienste anbieten. Wir drängeln uns durch die Menschenmenge und hören Straßenmusikern zu. Nachdem wir am Ende der Straße angekommen sind nehmen wir ein Taxi zurück und beenden den Tag bei einem leckeren Abendessen.




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Über Uns

Wir sind Verena und Andreas,

zwei Hobbyfotografen, die es lieben zu reisen, zu fotografieren und zu essen.

 

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