Wir sind Verena und Andreas,

zwei Hobbyfotografen, die es lieben zu reisen, zu fotografieren und zu essen.

 

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Indonesienrundreise, Java und Bali! Teil 4

Aktualisiert: 24. Jan 2019

Eine Reise zu fremden Kulturen, Göttern und Tempeln, Reisfeldern und Wasserbüffeln, Tee- und Kaffeeplantagen, sowie wunderschönen Vulkanlandschaften und Millionenstädten. Wir entführen Euch in diesem Reisebericht nach Indonesien auf die Inseln Java und Bali.

#Reiseblog #Indonesien #Java #Bali

Das frühe Aufstehen hat sich gelohnt der Sonnenaufgang ist einfach wunderschön

Tag 10: Der Wecker klingelt um zwei Uhr und obwohl es noch mitten in der Nacht ist, freuen wir uns aufstehen zu dürfen. Erstens freuen wir uns auf die Tour und zweitens, dass wir durch die Feuchtigkeit und Kälte im Zimmer nicht erfroren sind. Der Fahrer steht schon mit dem Jeep vor der Tür und so starten wir pünktlich um halb drei unsere Tour. Wir fahren von unserem Plateau aus hinunter in die Caldera und entdecken noch viele andere, die auch so früh wie wir losgefahren sind. Leider sind wir also nicht die ersten, aber das war wohl auch nicht anders zu erwarten. Wieder einmal haben wir einen guten Fahrer erwischt, der auf diesem sandigen Untergrund sehr gut fahren kann und so freuen wir uns schließlich den ein oder anderen Jeep zu überholen. Ein Lichtermeer zieht sich durch die Caldera hindurch und dann steil hinauf nach Pananjakan, zu unserem Aussichtspunkt. Wir steigen aus, knipsen die Stirnlampen an und gehen vorbei an den Verkaufsständen, denn wir wollen möglichst schnell zum Ziel. Nach einem kurzen Fußmarsch erreichen wir schließlich den Aussichtspunkt und sichern uns Plätze in der vorderen Reihe. Der Himmel ist sternenklar und unten in der Caldera bilden die Lichter der Jeeps eine riesige Schlange. Das Wetter spielt also Gott sei Dank mit und so stehen wir nun dort, dick verpackt, mitten in der Nacht und warten auf den Sonnenaufgang. Unsere Augen gewöhnen sich langsam an die Dunkelheit und nach und nach erkennen wir die Silhouetten der umliegenden Vulkane. Hinter uns füllt sich die Aussichtsplattform während wir gebannt auf die Landschaft vor uns starren. Schließlich wird es langsam etwas heller und wir erkennen immer besser die vor uns liegende Caldera, die mit einer Ausdehnung von 8,5 x 10 km weltweit eine der größten ist. Im Volksmund wird sie durch den sandigen Untergrund auch als Sandmeer bezeichnet. Vor Jahrmillionen kam es durch einen kesselförmigen Einsturz über entleerten Magmakammern zur Bildung des Tengger-Kraters. Im Zentrum des Einbruchkessels entstanden sieben jüngere Vulkane. Der, nach der Hindu-Gottheit Brahma, benannte Bromo ist mit 2329m der bekannteste. Er gehört zum Typ des Asche- und Tuffvulkans und wird als hochaktiv eingestuft, was er 2011 zuletzt bewies. Am Fuße des Bromo erkennen wir langsam einen Hindu-Tempel. Es wird immer heller, der Himmel färbt sich und hüllt die Landschaft zunächst in violettes Licht. Wir sind alle ganz ergriffen von diesem Naturschauspiel und alle fotografieren wie wild drauf los. Die Natur erwacht und die Vögel zwitschern, während die Sonne aufgeht und der Himmel in Orange und Gelbtönen ertrahlt.

Die Farben verändern sich jede Minute

Wir haben freie Sicht auf die Vulkane vor uns, vor allem auf den qualmenden Bromo, den wir im Anschluss erklimmen wollen. Tief beeindruckt gehen wir nach dem Sonnenaufgang zurück zu unserem Jeep und fahren hinab in die Caldera.

In der Nähe des Tempels steigen wir aus und machen uns auf den Weg. Es gibt hier die Möglichkeit auf dem Rücken eines Pferdes bis zur Treppe zu reiten, aber das überlassen wir anderen. Wir stapfen durch den Sand, vorbei am Tempel und dem grün schimmernden Batok Vulkan. Er bildet mit seinem Bewuchs einen schönen Kontrast zu den anderen Vulkanen und dem Sand.

Der Batok Vulkan sticht mit seiner grünen Farbe heraus.

Nach und nach ziehen wir die Jacken und Wanderhemden aus und lassen sie in den Rucksäcken verschwinden, denn es wird uns obwohl es erst gegen 6 Uhr ist, doch recht schnell warm. Ab und an bleiben wir stehen und genießen die Aussicht und machen ein paar Bilder, bevor wir immer weiter nach oben steigen. Schließlich erreichen wir den Fuß der langen Treppe.

Die vielen Stufen zum Schluß sind wirklich eine Qual, aber langsam und sicher nähern wir uns dann doch dem Krater. Oben angekommen werden wir reichlich belohnt mit dem Blick in den Krater und dem Sound des Vulkans, einem tiefen Grollen, dass irgendwie doch etwas einschüchternd wirkt. Es ist ein überwältigendes Gefühl hier oben zu stehen. Hier befindet sich schließlich auch eine Figur der Hindu-Gottheit Brahma bei der Opfergaben abgelegt werden. Außerdem kann man Blumen kaufen, die nach einem alten Brauch der Einheimischen in den Krater geworfen werden um die Vulkangötter in der Tiefe zu besänftigen. Wir lassen den Blick auf die umliegenden Berge und durch die Caldera schweifen, lauschen dem Vulkan und genießen die Zeit, bevor wir uns an den Abstieg machen.

Bei der Hindu-Gottheit Brahma werden Opfergaben abgelegt

Schließlich geht die Fahrt mit den Jeeps zurück durch die Caldera und zu unserer Unterkunft. Da wir schon lange unterwegs sind freuen wir uns nun natürlich auf unser Frühstück, das heute etwas größer ausfällt. Nach einem letzten Blick auf die Caldera bringt uns unser „Partybus“ wieder zurück ins Tal zu unserem größeren Bus.

Wir haben eine längere Strecke von 200 km zurückzulegen und sind heute durch die Anstrenung der letzen Nacht auch nicht böse darum. Während Teakholzplantagen und Tabakfelder, sowie Kaffeeplantagen sich mit der Königsbanane abwechseln kämpfen wir mit der Müdigkeit. Auch heute hat Oka wieder etwas leckeres für uns zum Probieren, wie z.B. Kochbananen oder Kokoschips. Die Landschaft verändert sich um uns herum und schließlich befinden wir uns auf einer Straße durch den Regenwald. Riesige Bäume und Farne zieren unseren Weg. Gespannt schauen wir aus den Fenstern und erblicken ab und an Affen in den Baumwipfeln. Am späten Nachmittag erreichen wir dann unsere Unterkunft in Kalibaru, wo wir uns vor dem Abendessen noch eine Abkühlung im Pool gönnen.


Tag 11:


Am heutigen Tag fahren wir zu einer nahegelegenen kleinen Siedlung. Dort werden wir herzlich begrüßt und lernen unseren Guide kennen. Wir wollen hier heute zu einer Wanderung aufbrechen um die Vielzahl der Pflanzen kennen zu lernen, die hier angebaut werden. In einem kleinen Pavillon lernen wir erst einmal verschiedene Pflanzen und Früchte kennen. Unter anderem sehen wir Kaffeebohnen, Kakao, Muskatnuss mit Muskatblüte und die Blüte der Kokospalme.

So sieht eine frisch gepflückte Muskatnuss aus

Die Frauen zeigen uns, wie sie Kaffeebohnen rösten und mahlen oder wie sie einen Sirup aus Palmzucker kochen.

Hier werden Kaffebohnen geröstet

Dann werden wir vorbereitet für unsere Wanderung. Wir tragen einen Insektenschutz aus Lavendel auf, ziehen uns dann was Langärmeliges an und werden mit einem Strohhut ausgestattet. Und nun kann es losgehen. Zunächst lernen wir einige wundervolle Blumen kennen, darunter riesige Orchideen, bevor wir sehen, wie die Pittahaya (Drachenfrucht) hier wächst und wir sie natürlich probieren dürfen. Wir sind überrascht von der Farbe und dem wundervollen Geschmack, denn so kennen wir sie von zu Hause nicht.

Dann geht es weiter durch den Regenwald, wo wir verschiedene Kaffeesorten entdecken oder Pfeffer, Zimt und auch Vanille. Meist sind uns ja nur die Endprodukte bekannt, nicht aber, wie die Pflanze aussieht, oder wie die Ernte erfolgt. Ebenfalls zeigen sie uns wie Kautschuk gewonnen wird und klettern die Palmen hinauf um das dort abgezapfte Kokosblütenwasser zu ernten.

Er zeigt uns wie das Kokosblütenwasser geerntet wird

Nach mehreren Stunden wandern wir schließlich entlang von Reisfeldern und gelangen zu einem Pavillon. Hier können wir alle landwirtschaftlichen Produkte, die es auf der Farm gibt erwerben.

Der Pavillon zwischen den Reisfeldern

Danach zeigt uns eine Gruppe Kinder, wie geschickt sie Palmzweige zu Figuren flechten können und beschenken uns reichlich damit. Auch eine kleine Tanzaufführung dürfen wir uns ansehen und werden eingeladen mit den Kindern zusammen zu tanzen. Dabei haben nicht nur die Kinder, sondern auch wir viel Spaß.

Da wir von unserer Wanderung und dem Tanzen natürlich auch hungrig sind, freuen wir uns über das, wie ich finde beste Essen der ganzen Reise. Alle Produkte stammen ja aus eigener Produktion, direkt von der Plantage, wurden gekocht von älteren Damen und schmecken einfach hervorragend. Unsere Gastgeber sind dankbar für die Unterstützung ihres Projektes und wir für einen wundervollen Tag im „Garten Eden“. Die Verabschiedung fällt daher auch sehr herzlich aus und einige der Kinder begleiten uns noch vom Gelände zu unserem Bus. Dann fahren wir zurück zu unserer Unterkunft, wo wir die Abkühlung im Pool genießen. Eine Wanderung durch den Regenwald bei der Hitze und Luftfeuchtigkeit schlaucht einen ganz schön. Bei einem Abendessen und anschließendem Billardspielen zusammen mit unserem Guide lassen wir den Abend ausklingen. Allerdings ist es nur ein kurzer Abend. Gegen 19:30 Uhr gehen wir nämlich schon schlafen, da wir um Mitternacht schon wieder aufstehen um zu einem weiteren Highlight aufzubrechen.


Tag 12: Die Nacht war leider nur kurz und so fällt es uns um Mitternacht schwer schon wieder aufzustehen. Aber was tut man nicht alles für eines der Highlights? Also ziehen wir unsere Wandersachen an, bewaffnen uns mit unserer Kameraausrüstung und stehen schließlich pünktlich um 00:30 Uhr bereit in der Lobby unserer Unterkunft. Unser Guide für die Tour erwartet uns dort auch schon und so steigen wir in den Jeep um dann in Richtung Banyuwangi zu starten. Dabei entdecken wir, dass selbst mitten in der Nacht noch recht viel in den Straßen los ist. Um noch ein wenig zu schlafen sind wir zu aufgeregt.

Die Straße führt uns immer bergauf bis wir den auf 1830 m Höhe gelegenen Ort Pal Tuding gegen 2:20 Uhr erreichen. Hier können wir nochmal zur Toilette gehen oder einen Kaffee trinken, bevor wir um 3 Uhr ausgestattet mit Stirnlampen zu unserer Wanderung aufbrechen. Wir wollen zum Krater des Ijen-Vulkans wandern um dort die blauen Lichter zu sehen und den Sonnenaufgang am Kraterrand zu genießen. Leider erschwert uns der sehr aktive Vulkan den Aufstieg heute Nacht. Und doch müssen wir froh sein, überhaupt zur Tour aufbrechen zu dürfen. Noch vor wenigen Wochen durfte niemand nach oben, da der Vulkan zu viele giftige Dämpfe ausgestoßen hat. Und auch heute ist der Ijen leider sehr aktiv. Vom Krater ziehen übelriechende Schwefeldämpfe bis hinunter an den Startpunkt der Wanderung. Da der Weg zum Krater sehr steil bergauf geht empfiehlt uns unser Guide langsam zu gehen und erklärt uns, dass viele zu schnell starten und dann nicht mehr weiterkommen. Und schon entdecken wir die Ersten schwer atmend auf dem Boden sitzend. Also quälen wir uns langsam den Berg nach oben. Leider werden die Dämpfe immer stärker und dichter. Es reizt die Schleimhäute und riecht so übel, dass man sich fast übergeben muss. Wir haben keine Wahl und müssen nun mit den Gasmasken und tränenden Augen weiter gehen. Während wir uns mit den Masken im Schneckenmarsch hier hoch quälen überholen uns zahlreiche Arbeiter mit ihren Karren und ohne Gasmasken um zum Krater zu gelangen.

Unter schwerstem körperlichem Einsatz und ohne Schutz für die Lungen, bauen sie Schwefel für die Industrie ab und laufen mehrmals am Tag diesen Weg. Und wir sind schon jetzt völlig erschöpft. Endlich erreichen wir den Kraterrand auf etwa 2200 m. Leider dürfen wir heute nicht zum Kratersee hinunter. Die Dämpfe sind zu stark und versperren die Sicht. Auch die blauen Lichter, die man hier vor Sonnenaufgang bewundern kann, werden leider vom Dampf verdeckt. Enttäuschung breitet sich natürlich aus, aber unser Guide motiviert uns am Kraterrand weiter zu gehen um eine schöne Stelle für den Sonnenaufgang zu finden. Bald ist ein passender Ort gefunden und langsam beginnt die Dämmerung.

Ein wunderschöner Sonnenaufgang auf dem Ijen

Es war ein sehr anstregender Aufstieg, vor allem mit der Maske

Während der Ijen fleißig Dampfwolken bildet färbt sich der Himmel in den schönsten Farben und wir genießen einen wundervollen Sonnenaufgang. Auch die Nachbarinsel Bali können wir von hier schon sehen. Schließlich lichten sich die Dämpfe ab und an und geben teilweise den Blick auf den türkisfarbenen Kratersee frei.

Der Kratersee des Ijen

Wir genießen den Ausblick von hier oben und machen uns dann auf den Rückweg. Dabei bestaunen wir die Arbeiter, die nun schon zum zweiten mal den Ijen erklimmen. Einige von ihnen verkaufen selbstgeschnitzte Andenken und Souveniers aus Schwefel um sich ein kleines zusätzliches Einkommen zu sichern.

Wir fragen uns wie diese Arbeiter es jeden Tag mehrmals schaffen diesen Weg mit ihren Wagen zu laufen

Am Startpunkt unserer Tour frühstücken wir etwas, obwohl wir noch den Geruch des Schwefels in der Nase haben. Mit dem Jeep geht es zurück ins Tal und schließlich mit dem Bus weiter zum Hafen von Ketapang. Wir warten in einer kleinen Bar auf unsere Fähre und kämpfen schon jetzt mit der Müdigkeit.

Weiter gehts mit der Fähre nach Pemuteran in Bali

Dennoch genießen wir die einstündige Überfahrt nach Pemuteran im Nordwesten von Bali. Nun sind wir also auf der Insel der Götter angekommen. Die Fahrt zur Kubuku Ecolodge verschlafen wir leider teilweise. Hundemüde kommen wir dort an und dürfen uns erst einmal stärken, bevor wir unsere Zimmer beziehen. Nach einer kleinen Abkühlung im Pool und einer Dusche gehen wir in ein nahe gelegenes Restaurant essen und fallen schon früh am Abend in unser Bett.


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