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  • Andreas & Verena

Good Morning Vietnam! Reiseblog Teil 3 / 4

Aktualisiert: 5. Mai 2019


Chào mừng! Herzlich Willkommen! Eine Reise von der quirligen Hauptstadt Hanoi zur Halongbucht, weiter nach Zentralvietnam bis hin nach Ho-Chi-Minh-Stadt ( besser als Saigon bekannt ), rein ins Mekong-Delta und mit einem Abstecher nach Kambodscha zu den Tempeln von Angkor. #vietnam #reiseblog #angkor

Ein Drachenboot auf dem Parfümfluss in Hue

Tag 7 Kaisergräber und die Chùa Thiên Mu Pagode:



Wir starten nach dem Frühstück mit dem Drachenboot zu den "Kaisergräbern". Vom Boot aus bietet sich ein toller Blick auf das Umland. Südlich von Hue liegen sieben Kaisergräber, die zum Teil aber nach der Zerstörung im Krieg noch nicht wieder rekonstruiert wurden. Während wir mit unserem Boot über den Parfümfluss schippern beobachten wir die Umgebung und entdecken Reisfelder und Wasserbüffel, kleine Dörfer, Menschen bei der Arbeit und schließlich die Thien Mu Pagode, die wir später noch besichtigen werden. Fünf Kilometer südöstlich von Hue erreichen wir die 12 ha große Grabanlage Lang Tu Duc. Wir betreten die Anlage und kommen aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Ein Grab hatten wir uns nun doch ganz anders vorgestellt. Was wir hier sehen gleicht eher einem Palast, umgeben von einem See. Und tatsächlich zog sich der Tu-Duc-Herrscher zu seinen Lebzeiten gerne hierher zurück. Denn die Kaiser erbauten ihre Grabstätten wohl schon zu Lebzeiten nach ihren eigenen Wünschen. Um die Seele mit Vertrautem zu umgeben wurden Ehrenhöfe angelegt auf denen Skulpturen von "Mandarinen" und Generälen, sowie Tieren den Hofstaat nachahmen. Wir bestaunen die vielen Tore, Pavillons und Gebäude, die zum Teil als Wohnräume der Konkubinen oder Mandarine diente, den Ahnentempel des Tu-Duc-Herrschers und seiner ersten Frau oder die Wohnstätte des Herrschers. Sein Grabkomplex liegt etwas weiter nördlich. Über den sogenannten Ehrenhof mit Wächterfiguren gehen wir zum Stelenpavillon. Hier beschreibt der Herrscher in kritischen Worten seine Regentschaft auf einer 20t schweren Inschriftenstele. Daran schließt sich ein halbmondförmiger See, der Tieu-Khiem-See und schließlich der leere Sarkophag. Der Kaiser ruht an einem unbekannten Ort zum Schutz vor Plünderern. Tho erklärt uns, dass die Wächter sich, nachdem sie den Kaiser begraben haben das Leben nehmen mussten, damit er nie gefunden werden kann. Seine Konkubinen mussten ihm ihr Leben opfern, denn nach seinem Tod zogen sie aus der Verbotenen Stadt hierher, trauerten und beteten, bis man sie begrub.


Ein Gebäude auf dem Gelände des Kaisergrabs in der Nähe von Hue

Doch nun wird es Zeit zur Chùa Thiên Mu Pagode, der Pagode der Himmlischen Mutter aufzu-brechen. Sie thront auf einem Hügel über dem Parfümfluss. Über steile Treppen erreichen wir den Hügel zum ummauerten Klostergelände und stehen vor dem 21m hohen Turm der Quelle des Glücks. Das achteckige Gebäude stammt aus dem Jahr 1844 und ist mit seinen sieben Stockwerken den fünf sogenannten Manushi-Buddhas gewidmet. Drei Pavillons, einer davon mit einer riesigen Glocke flankieren den Turm. Dann treten wir durch ein dreigeteiltes Tor mit böse dreinschauenden Wächterfiguren, die dem Schutz des Klosters, das wir nun betreten, dienen. Eine schöne und sehr gepflegte Anlage mit einer Haupthalle deren Altäre zur Verehrung Buddhas dienen und einer Mönchsunterkunft im hinteren Anteil. Am hinteren Ende des Gartens befindet sich die Grabstupa des 1993 verstorbenen Abtes. Wir genießen die Ruhe und die besondere Atmospähre hier, bevor wir auch schon weiter müssen.


Die Chùa Thiên Mu Pagode in der Nähe von Hue

Im Anschluss dürfen wir einen Mandarin in seinem Haus besuchen. Herzlich werden wir begrüßt und sind fasziniert von diesem wundervollen Haus mit seinem Garten. Es ist eine Oase der Ruhe. Und so lassen wir uns gespannt vom Besitzer durch sein Haus führen. Er zeigt uns den Altar zur Verehrung seiner Ahnen, die verschiedenen Opiumpfeifen aus Elfenbein, die seiner Familie gehören und natürlich auch den Garten, der nach dem Prinzip des Fengshui erbaut wurde. Überall befinden sich gemütliche Pavillons im Garten und wir stellen es uns traumhaft vor hier zu wohnen. Wir dürfen im Garten Platz nehmen und werden von seiner Frau verköstigt. Es gibt die leckerste Mango, die wir je gegessen haben, gebackene Bananen, allerlei Süßigkeiten mit Sesam und natürlich einen Tee. Es ist wirklich ein kleines Paradies inmitten der Stadt und wir bedauern aufbrechen zu müssen. Aber wir müssen nun zum Flughafen um in den Süden des Landes, nach Ho-Chi-Minh-Stadt ( wir werden im restlichen Text den alten und geläufigeren Namen Saigon benutzen ) zu fliegen. Der Abschied von Tho, der sich um uns gekümmert hat wie ein Vater, fällt uns schwer, aber wir freuen uns natürlich auf den nächsten Teil der Reise.

In "Saigon" werden wir dann von unserem neuen Guide, namens Ken herzlich empfangen. Wir wundern uns über diesen westlichen Namen, aber hier in Saigon ist es auch viel moderner als im Rest des Landes. Wir fahren schließlich durch ein wahnsinniges Verkehrschaos und wundern uns über die verrückten Weihnachtsbeleuchtungen, denn wir dachten nicht, dass hier Weihnachten gefeiert wird. Ken jedoch erklärt uns, dass die Vietnamesen es lieben. Die Kinder sind verkleidet als Wichtel oder Weihnachtsmänner und alle sind unterwegs um Selfies vor den Beleuchtungen zu machen. Irgendwann kommen wir doch noch beim Saigon Hotel an. Aber schlafen wollen wir noch nicht. Viel lieber laufen wir noch durch das Getümmel zum Hard Rock Café und haben Glück den Abend hier bei toller Livemusik ausklingen zu lassen.


Das Hard Rock Café in Saigon ( Ho-Chi-Minh Stadt )

Tag 8 Mit Ken durch Saigon:



Ken entführt uns heute morgen nach Chinatown, genannt Cho Lon, was Großer Markt bedeutet. Die heutigen Distrikte 5 und 6 bilden seit 1879 die eigenständige Gemeinde Cho Lon, wobei hier schon ab 1778 chinesische Migranten leben. Sie begannen zunehmend Handel zu treiben und diesen zu dominieren. Vor allem die Franzosen schätzten dies, denn die Chinesen besorgten gegen entsprechende Bezahlung von Opium bis zur Prostituierten alles. Saigon mit seinen schönen Cafés und mondänen Hotels wurde als die Schöne, Cho Lon mit seinen Bordellen und Opiumhöhlen als das Biest bezeichnet. In Cho Lon leben die Chinesen nicht nur ihren Geschäftssinn aus, sondern auch ihre Religion. Wir starten unsere Erkundung hier mit der Rikscha. Etwas ängstlich sind wir schon mit dem Fahrrad mittendrin zu sein. Aber irgendwie haben die Einwohner hier in Vietnam ein besonderes Talent das Chaos zu bewältigen. Die Tour macht wahnsinnigen Spaß, denn wir sehen Mopeds oder Fahrräder, die beladen sind, als wären sie Lastwagen.


Mit der Rikscha fahren wir durch die schmalen Gasssen von Chinatown in Saigon

Geschickt stapeln sie hier die Waren zum Transport. Überall zwischen dem Verkehr sehen wir Garküchen und am Straßenrand wird reger Handel getrieben. Wir dürfen immer wieder aussteigen um durch die Straßen zu schlendern. In jeder Straße wird etwas anderes angeboten. Etwas seltsam scheint es schon, dass in einer Straße mehrere Geschäfte die gleichen Waren anbieten. Wir fragen uns wie das hier wohl mit dem Wettbewerb ist. Ob Zierfische, Obst und Gemüse, Metall und Ersatzteile, Stoffe und Schneidereien. Hier gibt es nichts, was es nicht gibt. Am "Mieu Thien Hau", einem der zahlreichen Tempel stoppen wir ebenfalls. Er ist der bekannteste Tempel hier und ist der Thien Hau, der Gemahlin des Himmels gewidmet..Von den Einheimischen wird er Chùa Bà, Tempel der Großmutter genannt. Der Schutzpatronin der Seefahrer und Fischer wurde hier ein wundervoller Tempel erbaut. Wer gerade aus China angekommen war, begab sich unverzüglich dorthin, um der Göttin für das sichere Geleit im südchinesischen Meer zu danken. Wundervolle Verzierungen aus Keramik am Dachfirst und der vorderen Fassade zeigen Szenen chinesischer Legenden und mythologische Tiere, wie Drachen oder Fische. Im Inneren stehen drei Statuen der Göttin hintereinander auf dem Altar und große Behälter für die Räucherstäbchen und von der Decke hängen überall Räucherspiralen. Ein bemerkenswertes Detail des Tempels ist sein Dach, auf dem sich zahlreiche Porzellanfiguren befinden. Gleich im Anschluss fahren wir zum Binh-Tay-Markt. Auf zwei Stockwerken findet man die kuriosesten Waren. Der Markt quillt förmlich über vor Waren und wir zwängen uns durch die schmalen Gänge. Hier gibt es so vieles was wir nicht kennen und so muss Ken uns alles erklären.


Ein riesiger Markt in Chinatown Saigon

Nun geht es aber zurück in die Innenstadt. Die Kathedrale Notre Dame, für deren Bau Ziegelsteine aus Marseille hertransportiert wurden bildet ein wahres Kontrastprogramm. Die 40 m hohen Zwillingstürme werden heute von modernen Hochhäusern weit überragt. Seitlich der Kathedrale sehen wir schon das gelb leuchtende Alte Postamt. Gustave Eiffel entwarf die Stahlkonstruktion für das Postamt. Dort wollen wir unbedingt rein. An den Seitenwänden sind riesige Landkarten gemalt. Sie zeigen Saigon und Cho Lon um 1892 und das Netz der Telegraphenleitungen in Südvietnam und Kambodscha. Wir betreten eine gigantische Schalterhalle, die an alte Zeiten erinnert. Ken möchte uns hier aber einen ehrwürdigen Mitarbeiter, Herr Duong Van Ngo vorstellen. Offiziell ist er längst in Rente, doch er kommt weiterhin jeden Tag, um vietnamesische Briefe zu übersetzen. Früher waren das Liebesbriefe gebrochener Herzen, die nach Kalifornien oder Texas gingen, heute liegen auch englische und französische Wirtschaftskorrespondenzen auf seinem Tisch. Es ist für uns eine Ehre die Bekannstschaft des mittlerweile 86 Jährigen, der noch immer mit dem Fahrrad zur Arbeit fährt, zu machen.


Herr Duong Van Ngo bei der Arbeit in Saigon

Dann geht es aber auch schon weiter zum Wiedervereinigungspalast. Seinen Namen trägt er, weil hier 1975 der Zusammenschluss von Nord- und Südvietnam verhandelt wurde. Dieser Betonklotz im klassisch modernen Stil steht an der Stelle, wo einst der "Norodom-Palast" stand. In ihm hatte derzeit der Generalgouverneur von Indochina residiert. Auf 6 Etagen befinden sich 95 Räume im Stil der 60er Jahre, von denen wir einen Großteil besichtigen. Wir sehen Konferenz- und Empfangsräume, das Arbeitszimmer des Präsidenten, die Kommandozentrale, aber auch ein Kino oder eine Art Casino. Der Palast war der Ort, an dem das Ende des Vietnamkrieges besiegelt wurde. Dies passierte nach dem Fall von Saigon am 30. April 1975, als ein Panzer der vietnamesischen Volksarmee die Tore durchbrach. Vom Dach aus, bietet sich eine schöne Aussicht auf den umliegenden Park.

Nach der Besichtigung fahren wir weiter zum "Kriegsmuseum". Ein Programmpunkt, der uns leider sehr traurig stimmt, aber nicht fehlen sollte. Die Sicht der Amerikaner kennen wir zu gut aus zahlreichen Filmen, hier jedoch sieht man das Ganze nun aber mal aus Sicht der Vietnamesen. Auf zahlreichen Bildern die Grausamkeiten des Krieges zu sehen, lässt uns nachdenklich werden. Diese Ungerechtigkeit, die der Bevölkerung hier angetan wurde ist ein trauriges Stück Geschichte. Nach dem Besuch des Museums ist die Stimmung zunächst etwas getrübt.

Ohne Ken ziehen wir nun durch die Straßen. Vorbei am Lam-Son Platz mit dem Stadttheater (auch Saigon Concert Hall), das 1899 von den Franzosen eröffnet wurde, geht es weiter zum Rathaus, Hôtel de Ville, dem beliebten Fotomotiv, besonders bei Nacht, wenn es imposant angeleuchtet wird. Hier herrscht buntes Treiben und alle wollen ein Foto von sich vor der Statue von Ho-Chi-Minh und dem Rathaus im Hintergrund. Ein Nachtmarkt über den wir schlendern bietet ein Kontrastprogramm zu den Nobelboutiquen, die es hier auch gibt. Nun wollen wir zum Saigon Sky Deck auf dem "Bitexo Financial Tower". Der Wolkenkratzer mit der Glasfassade und dem Hubschrauber Landeplatz ist 265 m hoch. Unten befindet sich ein Einkaufszentrum und ein Kino. In der 49. Etage liegt die Aussichtsplattform Skydeck mit der tollen Aussicht über Ho-Chi-Minh-Stadt. Wir jedoch besuchen das Restaurant bzw. die Bar (50 – 52. Etage), wo man wenn man etwas trinkt keinen Eintritt zahlen muss. Die Aussicht auf die bunt beleuchteten Häuser der Umgebung, das rege Treiben in den Straßen und der Blick über die riesige Stadt sind ein toller Abschluss des Tages.


Eine der vielen Ho-Chi-Minh Statuen in Vietnam

Tag 9 Das Mekong Delta:



Heute verlassen wir Saigon und fahren zum Mekong Delta, einer Region im Südwesten von Vietnam, die vom Flussdelta des Mekong geprägt und danach benannt ist. Der Mekong mündet hier in einem Netz von 9 Hauptarmen, weswegen die Vietnamesen das Delta auch Sông Cu'u Long, Fluss der neun Drachen nennen, nach einer langen Reise durch sechs Länder in das südchinesische Meer. Das Flussdelta umschließt eine Fläche von ungefähr 40.000 km². Das überschwemmte Gebiet variiert saisonal und Ebbe und Flut sind hier im Delta deutlich ausgeprägt. Durch den fruchtbaren Schwemmlandboden ist intensive Landwirtschaft in dem dicht bevölkerten Gebiet möglich, die jährlich eine Produktion von 16 Mio. Tonnen Reis in drei Ernten sicherstellt. Es wird auch deshalb "die südliche Reiskammer Vietnams" genannt. Zudem werden Nahrungsmittel wie Fisch, tropische Früchte, Gemüse, Zuckerrohr und Kokosnüsse produziert. Die Sedimentbildung ist der Grund für die Fruchtbarkeit dieses Areals. Schlammablagerungen vergrößern das Ufer um bis zu 80 Meter im Jahr. Die Wasserlandschaft führt dazu, dass die Einwohner zum größten Teil auf dem Wasser arbeiten, wohnen und leben. Fast jede noch so kleine Hütte hat hier Zugang zu einem Wasserweg, während eine Anbindung an eine befahrbare Straße längst nicht überall gegeben ist. Und so heißt es für uns mal wieder rein ins Getümmel. Auf der Hauptverkehrsader von Saigon nach Can Tho, das 170 km südöstlich von Saigon liegt, fahren wir in einer riesigen Schlange von Lastwagen, Mopeds und Autos. Entlang der Straße sehen wir überall Restaurants mit Hängematten. Ken erklärt uns, dass man dort eine Rast einlegen kann zum Essen und um ein Ründchen in der Hängematte zu schlafen und viele dies bei dem wahnsinnigen Verkehr hier auch gerne nutzen. Überall sehen wir Reisfelder und riesige Lagerhallen voller Reis. Dieser wird hier per Boot, aber auch per Lastwagen transportiert. Wir fahren über die ersten Brücken hinein ins Delta und stoppen schließlich in der Ben Tre Provinz um per Boot den Mekong zu erkunden. Also schippern wir zunächst über einen riesigen Flussarm zusammen mit den vielen Einheimischen, die hier unterwegs sind. Schnell fällt uns auf, dass viele davon Kokosnüsse, Ananas oder andere Früchte transportieren. Während ihr Boot den Mekong entlang fährt liegen sie auf ihrer Hängematte und beäugen uns mindestens genauso interresiert, wie wir sie. Die Menschen hier leben vom und mit dem Fluss. Viele Häuser stehen auf Stelzen auf dem Wasser, denn wenn sie dort bauen, dann brauchen sie keine Steuern zu zahlen. Die Toilette endet natürlich auch im Fluss, während am Ufer Wäsche gewaschen, das Geschirr gespült oder gebadet wird.

Einen ersten Stopp legen wir ein um eine der Ziegeleien zu besichtigen, die sich am Ufer aneinanderreihen. Das Sediment wird hier genutzt um Baumaterialien herzustellen. Wir schauen uns die einzelnen Produktionsschritte genau an und dann geht es weiter mit dem Boot in einen kleineren Seitenarm.


Eine alte Ziegelei am Ufer des Mekong in Vietnam

Beidseits sehen wir Wasserkokosnüsse die, da gerade Ebbe ist, aus dem Wasser ragen. Wir fühlen uns als wären wir mitten im Dschungel und gehen schließlich an Land. Diese Besichtigung gefällt uns besonders. Hier werden Kokosnüsse verarbeitet und Bonbons hergestellt. Wir schauen zu wie die Masse langsam über dem offenen Feuer einkocht und dann, wenn sie schön dickflüssig ist, zu Bonbons verarbeitet wird. Und was kann besser schmecken als ein noch lauwarmes ganz frisches Bonbon? Gott sei Dank sind sie hier geschäftstüchtig und wir können uns einen Vorrat für zu Hause anlegen. Und schon geht unsere Tour weiter und immer tiefer hinein ins Delta. Schließlich müssen wir umsteigen in ein kleines Kanu. Wir sind froh, dass wir einen Kegelhut bekommen, denn wir sitzen noch nicht richtig im Kanu, als es anfängt zu regnen. Nicht wie bei uns, sondern so, wie es in den Tropen eben regnet. Der Hut bietet ein wenig Schutz, aber als es nicht aufhört zu regnen überlegen wir uns, dass er sicher auch praktisch ist, um Wasser aus dem Boot zu schaufeln falls wir voll laufen. Gott sei Dank bewahrheiten sich unsere Befürchtungen nicht.


Es regnet Hunde und Katzen im Mekongdelta

In einem ganz schmalen Kanal gehen wir mitten im Nirgendwo an Land. Wir spazieren entlang schmaler Pfade und bestaunen die Pflanzen und Früchte hier. Überall sind Kokosnüsse, Ananas, Papaya oder auch die Jackfrucht und schließlich entdecken wir die ersten Häuser eines kleinen Dorfes. Hier werden wir von einer Familie herzlich begrüßt, die uns nun bekochen oder vielmehr mästen. Was die Frauen uns hier alles auftischen ist einfach faszinierend und unglaublich lecker. Und obwohl sie uns nicht verstehen und wir sie nicht, zeigen sie uns immer, wie wir das, was sie bringen, essen sollen. Einwickeln zum Beispiel in Reispapier, in die Soße dippen und vieles mehr. Plötzlich steht ein ganzer Fisch auf einem Holzgestänge vor uns auf dem Tisch. Ein Fisch aus dem Mekong, der sogenannte Elefantenohrfisch, den wir mit Ananas, Gurke und Kräutern in Reispapier wickeln und der wirklich lecker schmeckt. Das Obst aus dem Garten als Nachtisch ist ein toller Abschluss des Essens. Nun heißt es auch schon Abschied nehmen.


Der Elefantenohrfisch wird frittiert und mit den Schuppen gegessen

Zu Fuß geht es weiter durch das Dorf und wir entdecken ein paar Frauen, die Bambus zu Matten oder Platzsets verarbeiten. Wir fragen, ob wir zusehen dürfen und sind fasziniert von der Geschicklichkeit und Schnelligkeit der Frauen. Dann erreichen wir schließlich wieder unser Boot und fahren durch ein Labyrinth von Flussarmen zurück zum Bus um die Fahrt nach Can Tho fortzusetzen. Erst in der Dunkelheit erreichen wir die Stadt und brechen noch zu einer kleinen Erkundungstour auf. Wir finden mal wieder einen Nachtmarkt über den wir gemütlich schlendern, spazieren entlang der Promenade am Mekong, schauen in der Markthalle vorbei und fallen nach einem leckeren Abendessen hunde-müde in unser Bett.


Eines der unzähligen Boote auf dem Mekong

Tag 10 Der schwimmende Markt von Cho Nôi Cái Rang:



Heute müssen wir ganz früh raus und ab auf´s Boot. Wir wollen zum schwimmenden Markt Cho Nôi Cái Rang und da dieser zwischen 6 und 8 Uhr am stärksten frequentiert wird stehen wir freiwillig früh auf. Auf dem Fluss und entlang des Ufers herrscht schon reges Treiben. Wir kommen vorbei an einer schwimmenden Tankstelle als wir auch schon die ersten Boote des schwimmenden Marktes entdecken. Schon werden wir von einer Vietnamesin mit einem kleinen Boot entdeckt und so kommt sie ganz geschäftstüchtig auf uns zu und möchte uns Getränke anbieten, die wir gerne bei ihr kaufen. Sie freut sich ein gutes Geschäft gemacht zu haben und fährt dann schnell weiter zum nächsten Boot.


Eine Händlerin mit ihrem Laden auf dem schwimmenden Markt von Cho Nôi Cái Rang

Wir staunen nicht schlecht als wir beim Näherkommen sehen, dass hier eine ganze Armada an Frachtbooten unterwegs ist. Die Ware, mit der sie handeln erkennt man schon von Weitem, denn sie hängt aufgespießt an einer Bambusstange in der Luft. Hier herrscht ein absolutes Wirrwar und wir sind total begeistert mittendrin zu sein. Die meisten Boote verkaufen, wie wir feststellen meist nur eine Ware. Wir dürfen rüber auf ein Boot, das Ananas verkauft und klettern ganz nach oben um einen guten Überblick zu erhalten und natürlich eine leckere Ananas zu essen. Neben den großen Booten gibt es die kleinen Sampans (Fischerboote), die Nudelsuppen und andere Leckereien verkaufen.


Auf dem schwimmenden Markt von Cho Nôi Cái Rang gibt es alles mögliche zu kaufen.

Nach diesem tollen Ausflug, für den es sich gelohnt hat früh aufzustehen fahren wir zurück in die Stadt um noch über einen traditionellen Markt zu gehen. Fische tummeln sich in kleinen Behältern und werden erst, wenn sie gekauft wurden getötet und ausgenommen, Garnelen springen ab und an aus ihrem Eimer, während dicke Frösche, deren Beine zusammengebunden sind ebenfalls ihr Schicksal erwarten. Ein Stück weiter wird Fleisch angeboten und dabei wird alles vom Tier zum Verkauf angeboten, während gleich daneben die ersten Händler ihre Bekleidung anpreisen.


Die Hygienebestimmungen in Vietnam unterscheiden sich leicht von denen in Deutschland.

Leider müssen wir nun aber zurückfahren nach Saigon, denn am Abend verlassen wir Vietnam und fliegen nach Siem Reap in Kambodscha. Noch einmal genießen wir die Fahrt durch das Mekong-Delta und schauen etwas wehmütig hinaus, wie die Landschaft an uns vorbei zieht. Wir haben das Land und vor allem die Vietnamesen ins Herz geschlossen und wollen noch gar nicht von hier weg. Am Flughafen angekommen fällt uns der Abschied von Ken und seinem Land daher auch sichtlich schwer und so steigen wir mit einem weinenden, aber auch einem lachenden Auge, wegen der Vorfreude auf die Tempel von Angkor, ins Flugzeug.

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Wir sind Verena und Andreas,

zwei Hobbyfotografen, die es lieben zu reisen, zu fotografieren und zu essen.

 

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