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  • Andreas & Verena

Good Morning Vietnam! Reiseblog Teil 4 / 4

Aktualisiert: 5. Mai 2019

Chào mừng! Herzlich Willkommen! Eine Reise von der quirligen Hauptstadt Hanoi zur Halongbucht, weiter nach Zentralvietnam bis hin nach Ho-Chi-Minh-Stadt ( besser als Saigon bekannt ), rein ins Mekong-Delta und mit einem Abstecher nach Kambodscha zu den Tempeln von Angkor. #vietnam #reiseblog #angkor

Angkor Wat in Kambodscha

Erst gegen 22 Uhr landen wir am kleinen Flughafen in Seam Reap. Eine unglaubliche Hitze empfängt uns, als wir aus dem Flieger steigen und dann heißt es erst mal Nerven behalten und Schlange stehen um ein Visum zu bekommen. Also warten wir mit unserem Reisepass und 30 US$ bis wir unser Visa on Arrival bekommen. Es ging zu wie beim Militär und so waren wir auch froh irgendwann mit unserem Visum durch die Kontrollen gekommen zu sein. Schnell noch die Koffer holen und dann ab zum "Hotel La Niche d' Angkor", wo wir in unser Bett fallen.




Tag 12 Angkor Thom, Ta Prohm und Angkor Wat:



Früh am Morgen geht es mit dem Tuk-Tuk los durch die Stadt. Wir kaufen ein 3-Tages-Ticket für den "archäologischen Park von Angkor", welches mit einem Passbild personalisiert wird. Dann kann es endlich losgehen. Mit dem Tuk-Tuk fahren wir bis kurz vor das Südtor, den beliebtesten Zugang zur ehemaligen Hauptstadt Angkor Thom und ab dort geht es zu Fuß weiter.

Schon dieser Eingang alleine wirkt sehr imposant. Eine Brücke, an deren rechten Seite 54 Dämonenstatuen und auf der linken Seite 54 Götterstatuen stehen, führt zum 20 Meter hohen Tor.

Das erste Fotomotiv des Tages ist gefunden. Fast traut man sich gar nicht unter dem Blick der grimmig dreinblickenden Dämonen die Brücke zu passieren um zum Tor mit den großen steinernen Gesichtern zu gelangen.


Das erste Fotomotiv des Tages

Gleich nach Passieren des Tores fällt unser Blick auf den Bayon Tempel. Er liegt genau im Zentrum von Angkor Thom, der alten Hauptstadt der Khmer. Umgeben von riesigen Bäumen liegt der Tempel vor uns. Es ist noch ein recht junger Tempel, der Ende des 13. Jahrhunderts fertiggestellt wurde. Warum er auch manchmal als Tempel der Gesichter bezeichnet wird ist uns schnell klar. Denn überall sind Türme mit bis zu 7 Meter großen steinernen Gesichtern. Etwa 200 gibt es hier und sie stellen Badhisattva (das Erleuchtungswesen) dar. Auch die vielen tausend Reliefs machen den Tempel zu etwas ganz besonderem. Um alleine die Geschichten, die von den Reliefs erzählt werden anzuschauen bräuchte man einen ganzen Tag. Wir wollen aber lieber den Tempel von Innen erkunden und gehen durch ein Labyrinth von Gängen um die besondere Atmospäre hier auf uns wirken zu lassen.


Die Gesichter findet man in der ganzen Tempelanlage

Im Anschluss gehen wir in 5 Minuten weiter zum aus Sandstein gebauten Baphuon Tempel, nordwestlich vom Bayon Tempel. Über einen 170 m langen steinerner Steg, der dem in Kambodscha typischen Pfahlbau nachempfunden ist, gelangen wir zum Tempel. Von vier Seiten aus können die verschiedenen Terassenhöhen erklommen werden. Und obwohl wir bei fast 38°C schon in Ruhe schwitzen, erklimmen wir die vielen Stufen. Wir bereuen es nicht, denn oben werden wir mit einer einmaligen Aussicht belohnt.


Der Baphuon Tempel

Danach geht es zu unserer Freude erst mal mit dem Tuk-Tuk weiter. Wir genießen den Fahrtwind, der uns etwas Abkühlung verschafft und fahren entlang vieler kleinerer und unbekannter, aber dennoch sehr sehenswerter Tempel. Immer wieder halten wir für einen kurzen Fotostopp an und sehen einen riesigen liegenden Buddha und die berühmte Terrasse des Leprakönigs.

Schließlich gehen wir zu Fuß weiter zu einem besonderen Highlight, auf welches wir schon sehr gespannt sind. Wir wandeln auf den Spuren von Lara Croft (Angelina Jolie) aus dem Film "Tomb Raider" und wandern durch den Dschungel bis hin zu einem versteckten Seitentor und gelangen zum Tempel Ta Prohm. Dieser Anblick ist besonders faszinierend, denn gewaltige Stämme und Wurzeln der Würgefeigen scheinen den Tempel aus dem 12./13. Jahrhundert zu verschlingen. Wir lassen die besondere Atmosphäre hier auf uns wirken und bestaunen die buddhistischen, sowie hinduistischen Reliefs. Diesen Tempel, an dem die Natur sich ihren Platz zurück erobert sollte man auf keinen Fall verpassen. Für uns hatte dieser Ort etwas verwunschenes und einmaliges und so ist der Tempel mit seiner besonderen Atmosphäre für uns ein absolutes Highlight.


Der Ta Prohm Tempel war Drehort von Tomb Raider

Ob der berühmteste der Tempel, Angkor Wat dies noch übertreffen kann? Wir brechen auf um im schönen Nachmittagslicht den Tempel zu erkunden.

Nach einem kurzen Spaziergang entdecken wir schließlich Angkor Wat vor unseren Augen. Wir nähern uns von der Rückseite und umrunden den Tempel um uns ein Bild von seiner Größe und Schönheit zu machen. Durch einen Seiteneingang betreten wir die Anlage und gehen durch ein Labyrinth von Gängen und unterschiedlichen Ebenen, bis wir schließlich die höchste Ebene erreichen von der wir die ganze Anlage bewundern können. Nun wird es aber Zeit den Tempel zu verlassen und einen geeigneten Fotostandort zu suchen, den wir uns natürlich mit zahlreichen Besuchern teilen müssen. Wir finden dennoch ein einigermaßen ruhiges Plätzchen und genießen schließlich das Farbenspiel des Tempels im Licht der untergehenden Sonne. Ein toller Abschluss eines wunderschönen Tages!


Angkor Wat ist das absolute Highlight des Tages


Tag 13 Roluos Tempelgruppe, Tempel Lolei und Banteay Srei:



Auch heute steht wieder die Besichtigung mehrerer Tempel auf unserem Programm. Wir wollen uns die Roluos-Tempelgruppe anschauen, eine Ansammlung von drei Tempelbauten aus dem 9. Jahrhundert, die sich rund 12 Kilometer östlich der Stadt Siem Reap befinden. In der Nähe des kambodschanischen Dorfes Roluos erheben sich drei Tempel, die im 9. Jahrhundert eingeweiht wurden und sich einst im Herzen der Khmer-Hauptstadt Hariharalaya befunden haben und die somit noch älter als die Tempel von Angkor sind.

Wir starten unsere Tour mit dem ältesten Tempel der Roluos Gruppe, dem Preah Ko, der dem hinduistischen Gott Shiva gewidmet ist. Eine Inschrift besagt, dass er im Jahr 880 eingeweiht wurde. Die sechs turmartigen Bauten erheben sich auf einer Plattform vor uns und wir bestaunen wieder einmal die Baukunst und die besonders filigranen Reliefs.


Preah Ko ist ein Tempel der Roluos Gruppe

Vor dem Tempel befinden sich Miniaturnachbauten einiger Tempel, die wir uns natürlich gerne anschauen. Ebenso befindet sich hier eine Werkstatt, mit angegliederter Schule ( ein französisches Hilfsprojekt ), die wir uns nach einer Einladung gerne ansehen. Wir bestaunen was die Waisenkinder hier wundervolles herstellen und freuen uns, dass sie so die Möglichkeit haben in der Schule und der Werkstatt einen Beruf für die Zukunft zu erlernen. So müssen sie nicht für den Rest ihres Lebens betteln, wie es viele andere hier leider tun.

Nach einer kurzen Fahrt erreichen wir den Tempel Bakong, die größte Anlage der Roluos Gruppe. Er wurde im Jahr 881 eingeweiht und erinnert in seinem Aufbau an eine Pyramide. Die gesamte Anlage ist von mit Wasser gefüllten Umfassungsgräben umgeben und Straßen führen von der Tempelanlage in alle vier Himmelsrichtungen. Wir betreten die Anlage über einen der Zugangsdämme mit den imposanten Naga-Balustraden und erklimmen über einen der vier Treppenaufgänge die fünf Ebenen des Tempels. Wir gehen vorbei an den Löwenwächterfiguren und bestaunen die Elefantenskulpturen an den Ecken jeder Ebene. Oben angekommen genießen wir den Ausblick bevor es auch schon weiter geht zur Tempelanlage Lolei, der jüngsten der Roluos-Gruppe.


Die Tempelanlage Lolei

Einst war die Anlage von einem quadratischen Wassergraben mit einer Gesamtlänge von 3.800 Metern umgeben, der heute ausgetrocknet ist. Ursprünglich gab es vier Turmbauten mit einer quadratischen Grundfläche. Sie sind mit kunstvollen Reliefs und Steinmetzarbeiten versehen und zeigen Figuren aus der hinduistischen Mythologie. Von den vier Türmen sind heute noch zwei erhalten. Die beiden anderen Bauwerke sind weitestgehend verfallen. Auf dem Areal des Tempels Lolei befindet sich eine buddhistische Klosteranlage. Einer der Mönche, der hier als Lehrer in der angegliederten Schule arbeitet führt uns herum und erklärt uns alles. Auch den wunderschönen Tempel dürfen wir betreten.

Nach einem Mittagessen machen wir uns auf den Weg zum Tempel Banteay Srei, der 30 km nordöstlich von Angkor liegt.

Auf der Fahrt sehen wir Reisfelder und Wasserbüffel, beobachten das Leben der Menschen hier auf dem Land und entdecken ein Moped, welches zwei auf dem Rücken liegende Schweine transportiert. Wir müssen lachen, da das natürlich so lustig aussieht, als unser Fahrer uns erklärt, dass die Schweine noch leben. Damit man sie allerdings so transportieren kann gibt man ihnen den Trester des Reisschnaps zu fressen und die besoffenen Schweinchen lassen sich prima transportieren.


Die besoffenen Schweinchen von Kambodscha

Dann entdecken wir einen Markt an der Straße und halten an. Wir schlendern hier entlang und entdecken etliche Kuriositäten. Gegrillte Schlange oder gekochte halb ausgebrütete Eier sind nur einige davon.

Schließlich erreichen wir "Banteay Srei", was "Festung der Frauen" bedeutet, vielleicht auf seine Anmut anspielend, oder wegen der vielen Skulpturen von Devata-Halbgöttinnen. Banteay Srei verdient wahrlich seinen Ehrentitel "Juwel der Khmerkunst".


Banteay Srei die Festung der Frauen

Wir bestaunen den überraschend kleinen aber einfach wunderschönen Tempel. Unzählige und vor allem sehr detaillierte Reliefs schmücken diesen Tempel und verzaubern damit alle Besucher. Dass dieser Tempel am Ende unserer Tour uns noch so faszinieren kann, sagt eigentlich schon, wie wundervoll er ist. Daher ist er ein gelungener Abschluss unserer Besichtigungstour.

Zurück in der Stadt, genießen wir unseren letzten Abend der Reise im "Hard Rock Café".




Tag14 Schwimmende Dörfer auf dem Tonle Sap See:



Heute morgen brechen wir auf zu einer Bootstour am Tonle Sap See (Großer See). Dies ist ein ganz besonderer See. Der Tonle-Sap-Fluss geht aus ihm hervor, welcher schließlich im Mekong mündet. Während der Regenzeit, ändert er jedoch seine Fließrichtung. Der Mekong führt zu dieser Zeit auf Grund der Monsunregenfälle und durch das Schmelzwasser aus dem Himalaya bis zu viermal mehr Wasser als in den trockenen Monaten. Dadurch schiebt der Mekong sein Wasser stromaufwärts in den Tonle-Sap-Fluss. Die Wassermassen, die der Mekong so in seinen Nebenarm drückt, bilden den Tonle-Sap-See, den größten Binnensee Südostasiens. Während er in der Trockenzeit zwei Meter tief ist, sind es in der Regenzeit bis zu 14 Meter.

In der Regenzeit zwischen Mai und Ende Oktober schwillt der Tonle Sap in Kambodscha alljährlich zum größten Süßwassersee Südostasiens an. Während der See in der Trockenzeit eine Fläche von lediglich 2500 Quadratkilometern hat, verfünffacht sich seine Größe in der Monsunzeit auf 12.500 Quadratkilometer. Damit speist in der Regenzeit der Fluss den See und nicht umgekehrt wie in der Trockenzeit. Dies hat zur Folge, dass knapp 10000 Quadratkilometer der umliegenden Gebiete am Tonle Sap Jahr für Jahr überschwemmt werden.

Die Kambodschaner profitieren von diesem Phänomen. In der Regenzeit vom Fischfang, in der Trockenzeit von dem fruchtbaren Boden, der optimale Bedingungen für den Reisanbau bietet. Der Tonle Sap selbst ist Heimat von rund 100 Wasservogel- und gut 200 Fischarten. In den Mangrovenwäldern leben außerdem Krokodile, Schildkröten, Otter und Makaken.

Nun verstehen wir auch, warum die Häuser der Dörfer, durch die wir auf unserer Fahrt zum See fahren, ihre Häuser auf meterhohen Pfählen errichten. In der Regenzeit werden sie so nicht weggespült und in der Trockenzeit ragen sie drei bis zehn Meter in die Luft und spenden ihren Bewohnern Schatten.


Wir können es kaum glauben, dass das Wasser hier so hoch steigen wird

Wir steigen in ein Boot und fahren entlang der leider recht verdreckten Mangroven hinaus auf den See. Hier herrscht reger Verkehr. Überall sehen wir Fischer oder auch Schulkinder, die mit einem Boot hinaus fahren zur Schule. Nach einer kurzen Fahrt sehen wir schon eines der schwimmenden Dörfer am Horizont. Als wir näher kommen, sind wir schließlich fasziniert davon, dass die Menschen hier auf dem See und vor allem mit dem See leben. Die schwimmenden Häuser besitzen sogar einen Garten! Wir entdecken auch eine Schule, wo die Schüler auch garantiert nicht einfach so weglaufen. Ein kleines Mädchen, dass offenbar bestraft wurde steht am schmalen Steg außerhalb des Gebäudes und wartet darauf wieder rein zu dürfen. Das gibt es wohl überall auf der Welt.

Schon entdecken wir schwimmende Werkstätten oder Tankstellen und auch Händler oder Garküchen. Es ist also wie in einem normalen Dorf, nur eben auf dem Wasser.


Die schwimmenden Häuser auf dem Tonle Sap

Auf dem Rückweg bleibt uns noch Zeit eine Werkstatt zu besichtigen. Dieses Projekt bietet Jugendlichen die Möglichkeit zu einer Ausbildung. Ein Lehrer der Schule führt uns herum und wir dürfen den Jugendlichen beim Arbeiten über die Schulter schauen. Sie erlernen hier ein tolles Handwerk und können damit hoffentlich ihren Lebensunterhalt finanzieren und müssen nicht mehr vom Betteln leben. Statuen aus Holz oder Stein, Dekorationen aller Art, Bekleidung und noch vieles mehr, werden natürlich auch zum Verkauf angeboten. Aber nachdem wir so viel Armut gesehen haben, sind wir froh, dass es internationale Organisationen gibt, die hier die Bildung und auch das Erlernen eines Berufes ermöglichen. Dies ist wohl der einzige Weg heraus aus der Armut.



Nun bleibt uns nur noch Zeit für ein Abschiedsessen bevor wir zum Flughafen fahren und die Heimreise antreten.

Und wieder geht eine wundervolle Reise zu Ende. Die Tempel von Angkor werden uns sicher immer im Gedächtnis bleiben und sind ein krönender Abschluss einer tollen, aber auch sehr anstrengenden Reise. Die vielen Eindrücke werden wir wohl erst nach der Reise so richtig verarbeiten können.

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Über Uns

Wir sind Verena und Andreas,

zwei Hobbyfotografen, die es lieben zu reisen, zu fotografieren und zu essen.

 

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