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  • Andreas & Verena

Zu Besuch bei den Buschmännern

In diesem Blog entführen wir euch zum Living Museum des Volk der San in Nambia. Auf dem Gelände der Gästefarm Omandumba wartet ein einzigartiges Abenteuer auf den Besucher. Der Besuch gehört für uns zum kulturellen Höhepunkt in der wunderschönen Erongo-Region. Man kann die Lebensweise der San hautnah auf einer der hier angebotenen Touren erkunden.

#San #LivingMuseum #Namibia #Roadtrip #Afrika

Von diesem Aussichtspunkt lässt sich die ganze Ebene überblicken


Wer sind die San?


Das Volk der San ist die älteste Menschengruppe, die noch heute in Namibia lebt. Die Holländer bezeichneten die San bei ihrer Ankunft am Kap als „bosjemans“, was „Herumtreiber“ bedeutet. Später entstand daraus dann „bushmen“ - Buschmänner. Schon vor Jahrtausenden besiedelten sie das südliche Afrika. Heute leben leider nur noch ca. 50.000 San in Namibia und Botswana. Als Jäger und Sammler zogen sie einst durch die Savannen und Halbwüsten im gesammten südlichen Afrika, wurden jedoch von anderen Stämmen und auch den Weißen immer weiter verdrängt.

Rein äußerlich unterscheiden sie sich stark von den anderen Volksgruppen. Der Körperbau ist eher klein und zierlich, jedoch sehr athletisch. Ihre Haut ist recht hell, fast sogar etwas gelblich und ihr Gesicht wird von hohen Wangenknochen geprägt. Die Sprache der San enthält zahlreiche Klick- und Schnalzlaute. Während die Männer mit Pfeil und Bogen auf die Jagd gehen, sammeln die Frauen „Veldkost“, also Wurzeln, Beeren und Früchte, die im „veld“, also der freien Natur wachsen. Die Kenntnis der Natur, der Tiere und Pflanzen, sowie deren Heilkräfte ist einzigartig und geht leider dadurch, dass ein traditionelles Leben nicht mehr so wie früher möglich ist, nach und nach verloren. Daher sind die Organisationen, wie die auf Omandumba unheimlich wichtig, damit dieses Wissen nicht verloren geht. Zahlreiche Felsmalereien der San sind in ganz Namibia zu bewundern.

Wir werden sehr freundlich empfangen und können direkt mit der Tour starten


Wo findet man das Living Museum?


Das Living Museum liegt etwa 250 km nordwestlich von Windhoek in der Erongo-Region auf dem Gelände der Omandumba Gästefarm. Die Region Erongo wurde nach dem Erongo-Massiv, dessen Berge bis zu 2300 Meter aus der Erde ragen, benannt und liegt in einer ariden Region Namibias, in der durchschnittlich nur 150 mm Niederschlag im Jahr fallen. Das Erongogebirge ist der Überrest eines riesigen uralten Vulkans, der vor etwa 130 Millionen ausgebrochen ist. Noch heute kann man wohl auf Satellitenaufnahmen die Form des Vulkans mit einem Durchmesser von etwa 30 km erahnen. Daher erklärt sich das heutige Aussehen der Landschaft in der riesige Granitblöcke (ehemals unterirdisch erkaltete Lava) in die Höhe ragen.

Für Fotografen bieten sich zahlreiche wundervolle Motive, vor allem dann, wenn die Sonne am Abend die Felsen in ein wundervolles rotes Licht tauchen. In dieser sehr tierreichen Region leben neben zahlreichen Vogelarten wie Felsen- und Schwarzbrust-Schlangenadler, Mahali Weber, Rosenpapageien und Frankolin vor allem Oryx-Antilopen, Kudus, Warzenschweine, Springböcke, Bergzebras, Klippspringer, Dik Diks, Steinböckchen und die seltenen Schwarznasen-Impalas. Weiterhin gibt es Eland, Giraffe und Duiker. Die vielen Berge und Klippen des Erongo gelten auch als ideales Gebiet für Leoparden und Bärenpaviane.

Die Jagd will gut geplant sein

Was ist ein Living Museum?


Die sogenannten Lebenden Museen in Namibia sollen möglichst authentisch die traditionelle Kultur und Lebensweise der unterschiedlichen Volksgruppen (San, Damara, Ovahimba...) widerspiegeln. Sowohl Einheimische als auch Touristen können hier in Kontakt mit den verschiedensten Volksgruppen kommen und viel Wissenswertes über sie erfahren. Ziel dieser Museen ist es zum einen, die Tradition und Kultur zu schützen und zu erhalten, die Armut abzubauen und zum anderen den schon erwähnten Austausch zwischen Menschen und Kulturen zu schaffen. Dabei ist so ein Museum eine Mischung aus Schule und Museum. So können auch die Kinder die alte, schon fast vergessene Kultur und das Wissen über das Leben in und mit der Natur wiederentdecken. Seit 2008 kann man auf der Farm Omandumba nun das Living Museum der San besuchen. Denn unter anderem auf dem Gelände dieser Farm, aber auch im gesammten Erongo gibt es tausende Felsmalereien, die davon zeugen, dass die San hier einmal lebten. Durch andere Bevölkerungsgruppen wurden sie jedoch schon vor langer Zeit in die Kalahari vertrieben. Nun wurde ihnen auf dem Gelände der Farm die Chance gegeben in dieser Region, in der sie einst heimisch waren, durch dieses Museum einer geregelten Arbeit nachzukommen und allen Interessierten Einblicke in ihr Leben und ihr Wissen zu gewähren. Was mich bei diesem Projekt besonders freut und weswegen ich es euch wärmstens empfehle ist, dass die Einnahmen zu 90% an die San gehen und nur zu 10% an die Omandumba Gästefarm. So kommt das Geld auch dort an, wo es gebraucht wird. Außerdem bieten die San hier wundervolle Souvenirs wie Schmuck, Bögen, Werkzeuge und noch vieles mehr an.

Das Feuer ist schnell gemacht, auch ohne Feuerzeug

Was kann man dort erleben?


Die San bieten unterschiedliche Programme an, die Einblick in ihre ursprüngliche Lebensweise geben. Dabei kann man je nach Interesse zwischen unterschiedlichen Aktivitäten wählen. Wir haben uns bei unserem Besuch beispielsweise für einen Bush-Walk entschieden. Es gibt aber auch Aktivitäten im Dorf, bei denen man zum Beispiel bei der Herstellung von Schmuck, Pfeilen oder auch Bögen zugucken, aber auch mitmachen darf. Auch Gesang und Tanz werden dargeboten und auch hier freuen sich die San wieder, wenn die Besucher fleißig mitmachen. Möchte man alles erleben, kann man eine sogenannte Full Day Experience bei ihnen buchen. Da verbringt man dann einen ganzen Tag mit den San und alle Aktivitäten werden dabei kombiniert.

Besonders schön fanden wir, dass ein älterer San uns auf unserem abenteuerlichen Bush-Walk immer erst alles auf der Sprache der San mit den Klicklauten erklärt hat, bevor ein jüngerer Mann das Ganze für uns nochmal auf Englisch übersetzte. Also nicht verzweifeln, wenn ihr erst einmal nicht viel versteht.

Der Bushwalk war wirklich ein Abenteuer für uns. Während die San sich lautlos durch den Busch bewegten, stapften wir drei, eher geräuschvoll hinter den beiden her. Es wurden Fallen gebaut, Spuren gelesen, oder die Jagd mit Pfeil und Bogen demonstriert (wobei die San hier nicht auf richtige Jagd gehen dürfen). Wir lernten verschiedene Pflanzen kennen, unter anderem den Baum, von dem sie das Gift für ihre Pfeile beziehen, entdeckten Felsmalereien und lauschten gebannt den Erklärungen der beiden San. Wie schnell die beiden ein kleines Feuer entzündeten verblüffte uns natürlich ebenso. Die Tour ging leider viel zu schnell vorbei, denn nach etwas mehr als zwei Stunden erreichten wir wieder ihr Dorf. Dort verabschiedeten wir uns vom freundlichen Volk der San und bedankten uns für den Einblick in ihr Leben und ihr Wissen um das Leben in und mit der Natur.

Das Feuer wird natürlich auch genutzt

Von dieser Begegnung mit dem Volk der San werden wir sicher noch lange erzählen. Neben all den beeindruckenden Tierbegegnungen und der wunderschönen und stetig wechselnden Landschaft in Namibia ist dies auch mal ein kultureller Höhepunkt, den wir nicht missen wollen. Eine Begegnung mit solch einzigartigen Menschen hinterlässt schöne Erinnerungen und regt zum Nachdenken an. Wenn ihr also einmal dieses traumhaft schöne Land besuchen wollt, dann verpasst es nicht euch Zeit zu nehmen ein solches Lebendes Museum zu besuchen!


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Über Uns

Wir sind Verena und Andreas,

zwei Hobbyfotografen, die es lieben zu reisen, zu fotografieren und zu essen.

 

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